Der Mittelpunkt des Káli Beckens, das Örtchen Köveskál, ist Namensgeber für diesen herrlich mineralischen Welschriesling mit Fassausbau vom Weingut Káli Kövek. Köveskál bedeutet „Fossilien“, und tatsächlich wachsen die Reben hier auf uraltem Gestein, durchmengt mit Sedimenten aus einer Zeit, als dieses Land noch unter Wasser lag. „Töltés“ heißt der Hang auf dem Fekete-Hegy, dem Schwarzen Berg, der das Becken im Norden einrahmt und von dem sämtliche Trauben stammen, aus denen der Köveskál entsteht. Mitte September in voller Reife von Hand gelesen, werden sie nicht gepresst, sondern durch das sogenannte „Free-run“ Verfahren entsaftet. Dabei zerdrücken sich die Trauben durch ihr Eigengewicht teilweise gegenseitig, ehe das Einsetzen der Mazeration und später der Gärung die Schalen weiter aufplatzen und den Saft allmählich vollständig austreten lässt. Auf diese Weise gewonnener Most ist zwar säurereicher als der von gepressten Trauben, aber auch komplexer in den Aromen, und er ergibt länger lagerfähige Weine. Zwei Monate dauert die spontane, also natürliche Vergärung, die in diesem Fall in drei 500-Liter und einem 400-Liter Eichenholzfass stattgefunden hat, bevor der Wein weitere sechs Monate im Fass reifen durfte. Das Ergebnis ist ein zart nach Birne und Apfel duftender, mineralisch-frischer Wein mit leichter Mandelnote und ansprechender Säure, dessen einziger Haken darin besteht, dass es nur sehr wenig davon gibt, was sich natürlich auf den Preis auswirkt. Gönnen Sie ihm also etwas Besonderes, wenn Sie ihn zum Essen trinken. Perfekt wäre ein panierter Zander aus dem See (oder vom Fischhändler Ihres Vertrauens), sogar wenn er, wie am Balaton üblich, mit Essiggurken serviert wird.