Laposa

Kéknyelű (Blaustengler)

Wäre der Kéknyelű kein Wein, sondern ein Film, müsste man seinem Genuss wohl einen Warnhinweis voranstellen (wir stellen ihn hintan). Der Blaustengler – so heißt die Rebsorte auf Deutsch, benannt nach ihrem bläulich-roten Stiel – ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Die autochthone, heute ausschließlich am Balaton angebaute Rebe zählt zu den ältesten ungarischen Weißweinsorten. Sie gedeiht bevorzugt auf vulkanischem Untergrund, ist schwer zu kultivieren und bringt Weine hervor, die definitiv nicht jedermanns Sache sind.

Die Pflanzen sind ausschließlich weiblich, können sich nicht selbst bestäuben und müssen daher im Weinberg mit doppelgeschlechtlichen Rebsorten durchsetzt werden. Sie treiben früh aus, sind anfällig für Spätfröste, reifen spät, schwanken stark im Ertrag und sehen – nüchtern betrachtet – wenig appetitlich aus. Kurz: Der Kéknyelű stellt den Winzer in nahezu jeder Hinsicht vor Herausforderungen. Warum also tut man sich das an?

Weil Kéknyelű, wenn der Jahrgang gelingt, unvergesslich rassige, nuancenreiche und langlebige Weine hervorbringt. Weine, die sich mit zunehmender Reife stetig verändern. In der Jugend zeigen sie sich blumig und zurückhaltend, später treten zunehmend gelbe Fruchtaromen hinzu. Trotz ihrer aromatischen Tiefe bleiben sie stets elegant, mineralisch geprägt und von mittlerer, gut eingebundener Säure getragen.

Bei Laposa reift der Kéknyelű sechs Monate im großen, zehntausend Liter fassenden Holzfass. Das verleiht ihm zusätzliches Reifepotenzial, lässt seine Farbe von blassem Grünlich zu hellem Gelb wechseln und prägt auch den Geschmack. In der Nase dominieren beim jungen Wein vulkanische, basaltige Noten und feine Zitrusanklänge. Am Gaumen schiebt sich zunächst eine kühle, lavagesteinsartige Mineralität nach vorn. Erst mit etwas Luft oder weiterer Flaschenreife öffnen sich zarte Nuancen gelber Früchte wie Melone oder Mango. Der Wein zeigt sich ausgesprochen trocken, mineralisch und erdig-rauchig, dabei jedoch ausgewogen in seiner Süße-Säure-Balance.

Ein Weißwein, den man lange liegen lassen kann – oder im Sommer auch als fröccs (sprich: frötsch), also als Gespritzten, genießen darf. Empfehlenswert ist dabei Soda- statt Mineralwasser.

In jungen Jahren passt der Kéknyelű hervorragend zu Salaten, hellem Fleisch und Fisch. Mit zunehmender Reife wird er zu einem ebenso spannenden wie eigenwilligen Begleiter von Schafs- und Ziegenkäse.

Hinweis: Dieser Kéknyelű richtet sich nicht an Freunde fruchtbetonter, gefälliger Weißweine. Er ist kühl, mineralisch, mit zurückhaltender Frucht und betont vulkanischem Charakter. Ein Wein für Neugierige, nicht für den schnellen Genuss.

 
Anbaugebiet:
Badacsony
Weinstil:
dezent-mineralischer Weißwein
Duft/Geschmack:
Zitrus, Mango, Basalt, Rauch
Alkoholgehalt:
12,00 % vol
Allergiehinweis:
Enthält Sulfite
Artikel-Nr.:
LA03
14,50 
inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Preis/Liter:
19,33 €

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