Wollte man dem Grauburgunder ein vergiftetes Kompliment machen, könnte man sagen, er sei die Rebsorte, die jedem schmeckt. Und tatsächlich schätzen ihn gerade deutsche Weintrinker ganz besonders – obwohl die Rebsorte französischen Urprungs ist.
Glücklicherweise gibt es ihn auch in Italien, dem Land, das alles heiligt. Dort heißt er Pinnogritscho (ital.: Pinot Grigio) und begleitet die Pizza so souverän wie der Latin Lover die alternde Tegernseer Hausfrau. Doch es gefällt ihm auch noch anderswo. Seit dem 14. Jahrhundert ist sein Anbau im ungarischen Badacsony bezeugt, wo ideale Bedingungen für sein Wachstum herrschen.
Der Legende nach wurde die Sorte von Mönchen nach Ungarn eingeführt, die auf der Suche nach einer Traube waren, die in jedem Jahr einen gleichermaßen ansprechenden Wein ergibt, ohne dass Zucker zugesetzt werden muss – denn das ist bei Sakramentswein nicht erlaubt. Der Grauburgunder spielte mit und gedieh wie gewünscht.
Heute wird die Sorte in der Regel für die Herstellung trockener Weine verwendet, verdankt aber dennoch jenen Mönchen ihren ungarischen Namen, denn Szürkebarát bedeutet „Grauer Mönch“.
Dieser hier vom Weingut Laposa stammt aus der „Sailing“-Linie, wie man am Etikett unschwer erkennen kann. Es handelt sich dabei um Weine gehobener, aber noch nicht der höchsten Qualitätsstufe, die perfekt als tägliche Essensbegleiter geeignet sind oder einen Montagabend zu etwas Besonderem machen.
Dem Wein wurde ein Tröpfchen Restsüße belassen, ohne dadurch seine elegante und anspruchsvolle Note zu verfremden. Zugleich ist er leicht und zeigt eine zurückhaltende Säure, weshalb er gut mit hellem Geflügel und exotischen Beilagen harmoniert, aber auch ausgezeichnet zu sahnigen, nicht zu schweren Pasta-Saucen passt.
Empfohlene Trinktemperatur: 12 – 13 °